Menu

<| Netzaffin.org

Netz, Technik und Privates

Neues Jahr, neues YNAB

Für mich kam die Ankündigung von YNAB recht überraschend aber ich konnte den 30.12.2015 dann doch echt nicht mehr erwarten. Da ich ein absoluter Early Adopter bin habe ich mich nach Release natürlich gleich hingesetzt und das neue YNAB ausprobiert. Was mir bisher aufgefallen ist möchte ich hier kurz festhalten.

Die größte Neuerung dürfte sein dass es nun eine eigenständige Webapp ist. Man benötigt zum Sync daher also keinen Dropbox account mehr. Das ist erstmal eine gute Sache. Das ding ist nur das es eben eine Webapp ist. In YNAB liegen, meiner Meinung nach, noch schützenswertere Daten als in meinem Onlinebanking. Im Onlinebanking liegen nur Zahlen, im YNAB sind diese Zahlen aber mit Aufgaben, Jobs bzw. mit Meta-Daten verknüpft.
Auf der anderen Seite waren die YNAB Files in der Dropbox auch nicht verschlüßelt von daher kommt es sich unterm Strich wieder auf das Selbe hinaus.

Eine weitere Änderung ist das eine Regel geändert wurde. Nämlich die Regel Nummer 4. Diese heißt nun nicht mehr "Live on last Months income" sondern "Older your Money!". Und das finde ich persönlich deutlich angenehmer. Der Beisatz "at least 30 Days" bringt es zwar wieder auf das selbe Level aber der Druck sich erstmal ein komplettes Gehalt als Backlog zu schaffen sinkt erstmal. Dazu bekommt man in der neuen App auch eine nette Anzeige die einem Zeigt wie alt das Geld im Schnitt ist. Hierbei wird zuerst das alte Geld verbraucht bevor es an das neue geht.

Weiterhin werden Gehaltseingänge nicht mehr fix an einen Monat gebunden. Das hat mir erst ein bisschen Kopfschmerzen gemacht weil ich, aufgrund meines Arbeitgebers in einer gewissen Sonderrolle bin. Wie einige ja wissen arbeite ich für einen Großen Bonner Logistikkonzern und dieser Zahlt die Gehälter zur Monatsmitte aus. Ich habe meine YNAB Gewohnheiten aber nie angepasst. Für mich ist der 1. des Monats immer noch der Tag wo es frische Budgets gibt. Wenn also nun mein Gehalt rein kommt habe ich noch einen halben Monat "altes" Budget vor mir. Früher habe ich das Gehalt dann als "incomme available next Month" Declariert und war glücklich. Es erschien im nächsten Monat als "zu budgetierendes Geld" und ich habe schon mal die ganzen fixen Budgets gefüllt.
Im neuen (nYNAB) YNAB ist das etwas anders. Kommt Geld rein fügt man es der Kategorie "to be Budgeted" hinzu und es steht einem immer komplett zur Verfügung. Bei mir also noch im aktuellen Monat. Ich hatte also Angst das mein Hirn dann sage "Yay, Geld!". Wenn man das Geld aber dann in der Zukunft Budgetiert dann verschwindet die Zahl wieder aus dem aktuellen Monat. Und da man ja eh stets dafür sorgen soll dass diese Zahl bei exakt Null bleibt ist ja alles gut. Wenn es mal sehr viel mehr Geld sein sollte, weil es zum Beispiel Prämien gibt oder so, dann freut sich das "Sparen" Budget oder man Budgetiert halt den darauffolgenden Monat auch schon (also den März in diesem Beispiel). Der Vorteil daran? Das Geld altert so natürlich gleich extrem.

Eine weitere Neuerung sind Goals. Hier gibt es mehrere Wege zum selben Ziel. Man kann jedem Budget ein Goal geben. Hier kann man entscheiden ob man einen Betrag X zum Monat und Jahr Z, man Monatlich einen fixen Betrag budgetieren möchte oder man einfach ein zeitloses Budgetziel erreichen möchte.
Wählt man die "Betrag zum Datum" Variante errechnet YNAB wieviel man im Monat zum erreichen des Ziels Budgetieren muss und gibt auch Auskunft darüber ob man "on Track" ist oder nicht. Sehr hilfreich für Jährliche Zahlungen wie Versicherungen, ADAC, Amazon Prime oder so etwas. Diese Funktion erhält man ebenfalls bei Zahlungen in der Zukunft. Wenn ich also eine Zahlung über 100€ für den März eingestellt habe dann weist mich YNAB nun daraufhin das ich dieses betreffende Budget vielleicht mit dem entsprechenden Betrag befüllen sollte.

Wählt man einen fixen Budgetbetrag/Monat als Ziel so schlägt YNAB einem dies bei der nächsten budgetierrunde vor. Sehr simpel.

Bei der Letzten Variante wird lediglich der Progress schön aufbereitet. Nehmen wir also mal an ich hätte als Ziel bis September 1000€ auf ein "neues Smartphone" hüstel sparen zu wollen. So würde YNAB nicht warnen, es würde mir aber sagen das ich schon X Prozent vom Ziel erreicht habe sobald ich etwas hinein budgetiere.

Ein bisschen Verwirrend sind die neuen Kontentypen. Diese sind nicht mehr On- und Off-Budget-Konten sondern "Budget" und "Tracking". Wenn ich ein bisschen drüber Nachdenke macht das ebenfalls sinn. Unter Tracking landen Typischerweise sämtliche arten von Krediten. Und hier trifft es Tracking wirklich auf den Kopf. Man Trackt wieviel Kreditlast man hier noch hat.

Apropos Kredit. Das Handling von Kreditkarten hat sich auch massiv verändert. Hier wird meine Erfahrung allerdings sehr dünn da ich nie wirklich mit Kreditkarten zutun habe. Also nicht mit der Art von Kreditkarten die YNAB hier meint. Nämlich keine Debit-Kreditkarten sondern klassische Kreditkarten die Sammeln und dann eine Rechnung stellen und Abbuchen (einmal im Monat, Quartal, Whatever). Das ist wichtig an der Stelle.
Ich finde das Beispiel was YNAB selbst anbringt, das man ein T-Shirt kaufen geht und das Geld zu hause vergessen hat etwas missverständlich. Vielleicht erkläre ich erstmal was in nYNAB überhaupt passiert.

Nehmen wir an ihr habt ein Budget für Klamotten über 100€. Ihr geht in den Klamottenladen und zahlt 50€ für ein Shirt per Kreditkarte und Tragt dies auch in nYNAB so ein. In YNAB wird nun das Budget für Klamotten um 50€ reduziert für die Ausgabe. Diese 50€ fließen allerdings nicht "zum Verkäufer" sondern in ein neues Budget für die Kreditkarte weil da ja irgendwann eine Zahlung über diese 50€ kommen wird. Ist komplett anders als es früher war aber so ist es durchaus sinnvoll. Wie gesagt, wenn ihr eine Debit-Kreditkarte oder eine Prepaid-Kreditkarte habt dann ist das für euch nicht wichtig oder Sinnvoll es zu verwenden. Eine Prepaid-Kreditkarte würde ich wie ein Sparkonto anlegen und eine Debit-Kreditkarte gar nicht weil sie direkt aufs Konto durchbucht.

Der Letzte Punkt (erstmal, es fällt mir sicher noch was auf für zukünftige Blogbeiträge) soll erstmal das leidige Thema Abomodell sein.
Ja, ich verstehe das ein Entwicklerstudio stetigen Geldzufluss braucht um besser Arbeiten zu können. Es ist nur echt etwas blöd weil YNAB selbst sehr lange Zeit Abomodelle verteufelt hat. Für mich ist die Sache jedoch bisher klar, die Gründe stehen ja oben. Für mich sind die hier genannten Änderungen alle samt das Abo wert. Und wer meinen anderen YNAB Beitrag gelesen hat weiß wieviel Leid und Geld mir YNAB schon gespart hat. Von daher ist das für mich an der Stelle erstmal ein No-Brainer. Ob die neuen Funktionen für alle passen sei mal dahingestellt. Jeder nutzt YNAB ein bisschen anders und das schöne an YNAB ist ja immer gewesen das es auch ging. Diese neuen Funktionen scheinen jedoch sehr grundlegend.

Ich kann euch nur noch zwei Tipps auf den Weg geben.
1.) Fangt frisch an. Ehrlich. Migriert euer altes Budget nicht. Bei mir kamen komplett andere und vor allem umplausible Zahlen bei raus. Ich hatte aber auch einen Tag vorher schon komplett Frisch angefangen und so kann man viele dinge neu Überdenken usw.
2.) Klickt euch auf jeden fall den Testaccount. Ihr könnt ja auch Mehrere Budgets anlegen so das ihr nicht mit euren Live-Daten testen müßt. Ich habe ebenfalls noch 2 Testbudgets im Account wo ich einfach mal wilde Transaktionsspiele machen kann (in meinem Falle sind Dienstreisen über die Firmen Kreditkarte wo ich in Vorleistung gehe und später alles einreiche immer etwas Tricky in YNAB).

] }